Familie Mathilde und Hermann Vogel

Weher Straße 7 (Rahden 194)

 

Hermann Vogel wurde 1876 in Rahden geboren und eröffnete 1906 im heutigen Spengemann’schen Haus ein Manufakturwarengeschäft. Er und seine Frau Mathilde führten ein bürgerliches Leben – Hermann als Kriegsteilnehmer und Mitglied der Rahdener Schützengilde, Mathilde im Vaterländischen Frauenverein. Das Geschäft war bei der Bevölkerung beliebt.


Nach 1933 wurden sie zunehmend verfolgt. Als die NSDAP-Kreisleitung 1938 die Kündigung von Wohnung und Laden erzwingen wollte, verweigerte Hausbesitzer Spengemann mutig die Gefolgschaft. Nach dem Novembererlass zur Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben mussten die Vogels Rahden verlassen und nach Bremen ziehen.

Mathilde starb dort am 23. Oktober 1940. Hermann wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo an ihm Begasungsexperimente im Zusammenhang mit seinen Kriegsverletzungen durchgeführt wurden. Er überlebte – als einer von nur 22 der 163 deportierten Bremer Juden – und kehrte 1945 schwer krank nach Bremen zurück. Er starb am 10. September 1957. Beide sind auf dem Jüdischen Friedhof in Bremen-Hastedt begraben.

Hermann Vogel Ausweis

(Staatsarchiv Bremen)


Mathilde und Hermann Vogel, Fritz Spengemann 1929 

Verlobung Vogel 1906 Rahdener Wochenblatt Nr. 78 v. 20.09.1906

25 jähr. Jubiläum 1931 Rahdener Wochenblatt Nr. 186 v. 11.8.31